MIT PINSEL, LACK UND POLIERTUCH

Aktualisiert: 13. Sept 2019

Von Nancy Glor Es ist ein heller, warmer Morgen mitten im September des vergangenen Jahres. Die Sonnenstrahlen fallen durch die Oberlichter der Werkhalle hinein in weiße Nebelschwaden. Dunst aus Lösungsmitteln kriecht langsam um dicke Schläuche die von der Decke hängen und irgendwo in alten Karosserien verschwinden. Ich schlängle mich zwischen die mit Folie überzogenen Wagen, vorbei an schwerem Gerät und noch mehr Schläuchen und Säulen hinein ins Innere der Halle. In einem abgetrennten Abteil mit flackerndem blauen Licht versammelt sich gerade eine Gruppe Männer um ein sichtbar mitgenommenes Automobil oder was davon noch übrig ist. Sie richten ihre Aufmerksamkeit auf einen Mann, der maskiert auf dem Boden hockt und mit sehr lauter Stimme den Teilnehmern in der Runde etwas erklärt. Ruhe. Im nächsten Moment zischt und pfeift und pustet es, dass mir die Ohren klingeln. Während ich mein Gleichgewicht suche, wird der Karosse oberflächlich neuer Glanz verliehen. Ich verstehe noch etwas mit „schnell“ und „gleichmäßig“, alle nicken und verschwinden zwischen den Sonnensäulen im Nebel. Der maskierte Mann auf dem Boden offenbart mit einem Lächeln sein Gesicht und stellt sich als Teamleiter vor. Kurz darauf kenne ich alle Namen der Teilnehmer, die Arbeitsschritte der Spot-Lack-Technik und bin mitten drin im Smart-Repair-Programm der Automobil Akademie in Halle an der Saale.

Spot-Lack-Technik beim Smart-Repair / IbF Halle

Neben dem Plakat des Girl of Summer ´92 stehen unzählige Farbproben, -fächer und Lackfarben. Männer in Schutzanzügen suchen gemeinsam nach dem richtigen Farbton für ihr Versuchsauto. Mittlerweile habe ich Lichttechnik aufgebaut und stehe mit meinem eigenen schweren Gerät auf Position. Das fast komplett eingehüllte Auto meines ersten Protagonisten offenbart einen kleinen Lackschaden, der nun verschwinden soll. Zisch, Nebel, Farbe und zisch - selbst mit Maske vor dem Gesicht erkennt man an Stirn und Augen, dass das alles gar nicht so einfach ist. Kurze Nachfrage beim Dozenten, dann geht es weiter. Ohne sich von der Kamera ablenken zu lassen, verteilt der angehende Lackierer die Farbe gleichmäßig auf dem Schaden. Meine Bilder sind im Kasten, ich lasse ihn weiter arbeiten und sehe später im Augenwinkel an seinem Lächeln, dass das Werk gelungen ist.

Üben der Spot-Lack-Technik

Mein Licht steht am nächsten Wagen, neben einem weiteren Teilnehmer, der entspannt den Polierer schwingt. Als ich ihn frage, was genau bei diesem Arbeitsschritt zu beachten ist, lehnt er sich in die Tür und beginnt mit strahlenden Augen, mit mir sein neu gewonnenes Wissen zu teilen. Ich bekomme einen wundervollen Einblick und ein noch wundervolleres Portraitphoto.

Portraitphoto eines Teilnehmers der Smart-Repair-Ausbildung

Während ich meinen Blick durch die Arbeitshalle ziehen lassen, erkenne ich in diesem ganzen Lärm und Dunst und Rauschen eine große Gelassenheit. Der Umgangston ist freundlich, die Gesichter sind entspannt. Die Arbeit scheint immer mal wieder herausfordernd zu sein, aber alle sind ganz ehrgeizig bei der Sache.


Reportage in der großen Werkhalle des IbF

Mit authentischen Szenen im Gepäck verlasse ich die erste Kulisse meiner Reportage und betrete eine noch größere Werkhalle. Das warme Tageslicht mischt sich mit den hellen Strahlen der Deckenbeleuchtung. Die Atmosphäre ist in jeglicher Hinsicht heiter. Unregelmäßiges Hämmern wechselt sich ab mit 80er Jahre Musik, gewitzten Zwischenrufen und metallischem Klappern. Zwei Männer stehen nah an einem Fahrzeug und versuchen mit scharfem Blick und klarem Verstand eine Delle aus dem Dach zu klopfen. Ich stelle mich auf die gegenüberliegende Seite und beobachte die beiden. Lackschadenfreie Ausbeultechnik ist die Königsdisziplin bei den zukünftigen Beulendoktoren. Fingerspitzengefühl und jede Menge Erfahrung sind nötig, um es in der freien Wildbahn mit jeder Herausforderung an Beulen und Dellen aufnehmen zu können. Schön zu sehen, dass sich hier die Teilnehmer des Kurses untereinander die Tricks beibringen. Und ich lerne, dass es hier ganz viel von diesem "Miteinander" gibt. Ich arbeite mich von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz. Ruhig und diskret positioniere ich mein Equipment und fange Bilder eines sehr konzentrierten jungen Mannes ein, dem die Delle einfach nicht aus der Karosse springen möchte, der es aber am Ende des Tages geschafft haben wird.

Portraitieren von Gesprächssituationen

Gegen zwölf wird es schlagartig ruhig. Nur Rick Astley schickt blechern sein together forever durch die Pausenluft. Die meisten Teilnehmer sind Männer, doch im Aufenthaltsraum entdecke ich auch ein paar junge Frauen, die sich hier sichtbar wohlfühlen. Ich lasse alle in Ruhe ihre Pause genießen und stecke meine Nase für ein paar Minuten ins warme Sonnenlicht.

Auf in die nächste Runde. An einem weiteren Automobil treffe ich auf gute Laune und mattblaue Folie. Ich fühle mich spontan wohl hier. Ein Dozent erklärt auf erfrischende Art und Weise das Verfahren des Car-Wrappings und zieht mit geübter Hand und charmantem Witz die Folie über eine Autotür. Erstaunt, und dankbar, dass es noch eine zweite Tür gibt, halte ich diesen Schritt in Bildern fest. Mit Heißluft und Handschuhen geht es an die Details, wenig später ist das gesamte Fahrzeug mattblau verpackt. Schönes Ding.

Car-Wrapping in der Smart-Repair-Ausbildung

Glücklich über so viele charakterstarke Bilder und fröhliche Menschen verlasse ich das Terrain der Smart-Repair-Ausbildung und tauche ein in die heiligen Hallen der Fahrzeugaufbereitung. Hier stehen neben drei Autos ebenso viele engagierte Teilnehmer, darunter eine junge Frau, flankiert von zwei sehr überzeugenden Männern, die mir detailliert erklären, was sie nun in welcher Reihenfolge in den Fahrzeugen tun werden. Angetan von so viel Motivation positioniere ich erst mein Licht, dann mich und werde Zeuge einer Tiefenreinigung, von der mein heimischer Teppich nur träumen kann. Während im nächsten Schritt die Scheiben gesäubert werden, wird auch mir klar, dass das hier alles kein Spaß ist. Das ist ein echtes Auto eines echten Kunden, der am Nachmittag sein echt blank poliertes Gefährt entgegennehmen möchte. Ich ziehe den Bauch ein und versuche noch weniger im Weg zu stehen als sonst. Die Arbeitsschritte werden konsequent abgearbeitet. Bis am Ende mit einem Speziallicht die Oberflächen innen und außen am Fahrzeug geprüft werden. Es glänzt das Fahrzeug und der Stolz in den Augen der drei Teilnehmer. Zurecht.


Professionelle Fahrzeugaufbereitung

Ganz leise wird es bei der KfZ-Innenraumreparatur. Den Zauberlehrlingen kommt man bei ihrer Ausbildung besser nicht in die Quere. Ich sehe Kratzer und Brandlöcher verschwinden, Polster die sich wie aus dem Nichts neu sticken, Leder, das zusammenwächst. Ich fange mit meiner Kamera ganz lautlos die Details ein, erwische aber auf keinem Bild den Zauberstab. Berufsgeheimnisse und Zaubermeister bleiben eben unter sich. Ich begleite das Institut für berufliche Fortbildung in Halle an der Saale seit September 2018 mit meiner Kamera. In mittlerweile 5 Produktionen in Halle sowie am Standort Berlin habe ich Mitarbeiter- und Imageportraits, Reportagen sowie Detailaufnahmen photographiert. Das entstandene Material wird auf der Internetseite des Institutes, in Medienkampagnen und auf Werbemitteln verwendet. Der Standort Dortmund wurde bereits eröffnet, die große Sause folgt 2020. Ich freue mich auf das Fest und die visuellen Impressionen. Website IbF https://ibf-automobil-akademie.de Portfolio IbF von Nancy Glor https://www.nancyglor.de/ibf-halle


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